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Hobbys und Interessen im Lebenslauf: Was rein kann und was besser nicht.

Eine Umfrage unter Arbeitgebern ergab, dass sich rund 80 Prozent aller Personalverantwortlichen nicht nur für die berufliche Qualifikation interessieren, sondern auch ein Interesse an den Neigungen eines Mitarbeiters haben: Zum Einen sagt dies viel über die Persönlichkeit des Bewerbers aus, zum Anderen stehen Personalchefs auch in der Verantwortung, Mitarbeiter auszuwählen, die gut in das künftige Team passen. Informationen über Hobbys und Freizeitaktivitäten werden daher mit Neugier gelesen und können dem Bewerber einen zusätzlichen Vorteil verschaffen.

Wenn man Spaß an einer Sache hat, dann nimmt man sie auch ernst. Gerhard Uhlenbruck

Ich lese gern. Damit signalisiere ich doch Intelligenz?
Lesen, Sport, Reisen. Das kann – Verzeihung – kein Personaler mehr lesen. Falls diese Hobbys jedoch gut zur Branche, zum Beispiel zu einem Touristikunternehmen, passen, dann ist es sinnvoll, sie genauer zu beschreiben. Welche Länder haben Sie besucht?

Ich bin leidenschaftliche Fallschirmspringerin. Bringt mir das Vorteile?
Vorsicht bei Extremsportarten. Auch wenn Sie Risikobereitschaft und Sorgfalt zeigen. Manche Arbeitgeber fürchten, dass Sie Entscheidungen treffen könnten, die eher auf Ihrer Sucht nach Adrenalin basieren, als dass sie dem Unternehmen nutzen.

Ich habe keine besonderen Interessen. Sollte ich etwas erfinden?
Vorsicht, das kann nach hinten losgehen! Spätestens dann, wenn Sie im Vorstellungsgespräch auf einen Personaler treffen, der zufällig denselben Hobbies nachgeht, die Sie erfunden haben. Was werden Sie dann auf seine Nachfragen antworten?

Interessen im Lebenslauf. Welche sollte ich angeben und an welcher Stelle?

Ihre persönlichen Neigungen, so interessant sie für den Personaler auch sein mögen, gehören im Lebenslauf immer an die letzte Stelle. Schließlich geht es in der Bewerbung um Ihre Qualifikation für den Beruf. Gut ist es, wenn Ihre Hobbies dafür sorgen, dass Sie Kenntnisse erworben haben, die dem Unternehmen von Nutzen sind. In diesem Fall können Sie dies geschickt in den Lebenslauf und ins Bewerbungsschreiben einfließen lassen. Grundsätzlich gilt jedoch für den Aufbau des Lebenslaufes: Arbeitsstationen (nach dem heute üblichen amerikanischen Lebenslauf mit der aktuellen oder letzten Arbeitsstelle beginnend), Ausbildung und Studium, Qualifikationen und erst zum Schluss Angaben Hobbies oder Ehrenämter. Letztere sind übrigens für viele Personaler besonders interessant. Zeigen sie doch, dass Sie auch außerhalb Ihrer Arbeitszeit engagiert Verantwortung übernehmen.

Vorteilhaft für den Bewerber sind unter anderem folgende Freizeitaktivitäten:

  • Fotografie, Video, Design, Webdesign
  • Vereinssport, Ausdauersport
  • Musizieren, kreative Tätigkeiten
  • IT und Technik
  • Soziales Engagement
  • Nachwuchsförderung

Welche Hobbys sollten Sie besser nicht angeben?

Politisches Engagement ist ehrenhaft. Es könnte jedoch sein, dass Sie auf einen Personalchef treffen, der oppositionell eingestellt ist. Dann kann aus Interesse durchaus Antipathie werden. Halten Sie sich hier eher bedeckt. Auch gibt es Hobbies, die eher einen negativen Beigeschmack haben. Dazu gehören:

  • Fernsehen
  • Videospiele spielen
  • Einkaufen

Sie könnten schnell als langweiliger Eigenbrötler abgestempelt werden.

Noch ein wichtiger Hinweis: Ihre Bewerbung und Ihr Lebenslauf sollten kurz gehalten werden. Geben Sie Ihre Interessen nur an, wenn Sie damit Ihre Unterlagen nicht unnötig aufblähen. Stets gilt: Vorrang haben Ihre beruflichen Kompetenzen und Erfahrungen. Für Privates ist im Vorstellungsgespräch immer noch Raum.