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Die Bewerbung ist versendet, aber der Arbeitgeber antwortet nicht. Was ist zu tun?

Generell sollte man davon ausgehen können, dass auf eine Frage – oder in diesem Fall eine Bewerbung – auch eine Antwort erfolgt. Schlicht nicht zu antworten ist respektlos und frustrierend für den Bewerber. Und auch wenn dies dem Image eines Unternehmens schaden kann, so haben doch viele Stellenkandidaten die Erfahrung machen müssen, dass sie nach dem Absenden Ihrer Unterlagen nie wieder etwas von dem potenziellen Arbeitgeber gehört haben. Das kann vielfältige Gründe haben, die von unvollständigen Bewerbungsunterlagen bis zur Überlastung der Personalabteilung reichen. Sollte man sich nun enttäuscht zurückziehen? Wir meinen: Nein. Das können Sie tun, wenn sich der Arbeitgeber nicht mehr bei Ihnen meldet.

Man kann nicht nicht kommunizieren.Paul Watzlawick

Ich fürchte, meine Unterlagen sind nicht angekommen.
Das ist möglich, stellt aber einen der seltensten Gründe für eine fehlende Rückantwort dar. Haben Sie vor der Absendung den Ansprechpartner, die Unternehmensbezeichnung, die Adresse oder den Betreff in der E-Mail-Zeile genau geprüft? Dann sollten die Unterlagen auch eingegangen sein.

Ich bin so frustriert, am liebsten würde ich den Arbeitgeber auf Facebook bekanntmachen.
Das vernichtet nicht nur aktuelle und künftige Chancen auf einen Job in diesem Unternehmen. Sie verbauen sich dadurch nicht nur Chancen, sondern Sie können sich damit auch in rechtliche Schwierigkeiten bringen.

Ich habe die Bewerbungsunterlagen erst nach dem Ende der Bewerbungsfrist abgesandt.
Dann ist es kein Wunder, dass der Arbeitgeber sich nicht meldet. Dies wird so empfunden wie Unpünktlichkeit beim Vorstellungsgespräch. Vermutlich hat er Ihre Unterlagen gar nicht mehr gesichtet.

Ich bin nervös. Es ist mein Wunscharbeitgeber, aber wenn ich noch länger warte, verpasse ich andere gute Chancen.
Dann sollten Sie auf jeden Fall nachfragen und ihre Situation schildern. Authentisch, ohne den Eindruck zu erwecken, sie wollten den Personaler unter Druck setzen.

Gründe für eine fehlende Antwort des potentiellen Arbeitgebers

  • Die Unterlagen waren unvollständig. Gerade bei automatisierten Bewerbungen über elektronische Plattformen werden diese sofort vom System
    aussortiert. Möglicherweise kam die Bewerbung gar nicht beim Personalchef an.
  • Es wurde der falsche Ansprechpartner benannt. Auch das kann bedeuten, dass die Bewerbung nicht auf dem Schreibtisch des
    Personalverantwortlichen, sondern sofort im Papierkorb gelandet ist.
  • Der Arbeitgeber verzichtet auf eine Absage, weil er sich durch ein eventuell fehlerhaft formuliertes Absageschreiben nicht in rechtliche
    Komplikationen bringen will.
  • Der Arbeitgeber spart sich die Absagen aus Zeitgründen.
  • Die Unterlagen sind noch nicht vollständig gesichtet.

Wann und wie sollte ich nachfragen?

Gehen Sie sorgsam und mit Empathie vor, haben Sie durch eine Nachfrage bei Ihrem potentiellen Arbeitgeber nichts zu verlieren. Sie signalisieren weiterhin Interesse an Ihrer Traumstelle. Doch Vorsicht: Hier gilt es einiges zu beachten:

  • Achten Sie auf das richtige Timing. Fragen Sie nicht sofort in der ersten Woche nach, sondern warten Sie mindestens 15 Arbeitstage.
  • Stellen Sie qualifizierte Fragen. „Sind meine Unterlagen angekommen?“, ist eher trivial. Machen Sie stattdessen noch einmal deutlich,
    weshalb Sie an der Stelle interessiert sind und untermauern Sie dies mit Ihrem Wissen über das Unternehmen.
  • Sofern Sie telefonisch Kontakt aufnehmen können, ziehen Sie dies einer E-Mail vor.